Neue Freunde & Abschiede

26.03.2023
Eine wundervolle Woche im Nationalpark liegt hinter uns. Mit unseren neuen Freunden von der Irmi und Aracanga haben wir den Dschungel erkundet, herrlich geplanscht, köstlich gespiesen, gute Gespräche geführt und tiiiief ins Glas geschaut. Mini hat sich königlich amüsiert, das Spielen und Klettern mit ihren beiden neuen Freundinnen genossen und viele Impulse bekommen. Man kann sagen, es war eine kurze, aber heftige Affäre - oder Ménage à trois so gesehen 😂 aber leider viel zu schnell vorbei. Wieder zurück in Samana bleibt uns noch 1 Tag, um uns zu verabschieden.
Wir haben ein günstiges Wetterfenster, um in den Norden, nach Luperon, zu kommen und ein paar Tage später eine weiteres für die Weiterfahrt. Wir überlegen lange Zeit hin und her, ob wir (mit den anderen) nach Cuba oder auf die Bahamas fahren. Zeitlich passt nur eines der spannenden, sehr unterschiedlichen Länder. Klar, beide haben ihre Pros und Contras. Letztlich gewinnen die Bahamas, da sich die Inselgruppe am Besten mit dem eigenen Boot erkunden lässt, während wir in Cuba das Boot eher je für 1-2 Wochen in den Marinas lassen würden, um das Land zu erkunden.

Und danach? Geht es wieder auf große Überfahrt, über den Atlantik zurück nach Europa, die Atlantikrunde komplett machen. Wer uns also noch in der Karibik besuchen möchte, möge sich beeilen.

Die Überfahrt von Samana nach Luperon dauert 23 Stunden, leider ohne weitere Walsichtungen. Dort angekommen wird schnell klar, dass die sehr geschützte Bucht voll ist. Wir haben aber Glück und bekommen noch eine Boje, an der wir festmachen können. Der Untergrund hier ist scheinbar nicht so toll zum ankern, und Boote machen sich immer wieder selbstständig. Da für die nächsten Tage Wind bis 34 Knoten vorhergesagt ist, fühlen wir uns an der Boje gut aufgehoben. Luperon ist gerade Hotspot für alle Segler, die entweder aus Süden kommend in die Bahamas oder nach Cuba und das kommende Windfenster nutzen wollen, oder die, die in die entgegensetzte Richtung unterwegs sind. Ansonsten gibt es auch viele hängengebliebene Segler, die sich hier niedergelassen haben.

Unsere Freunde von der Bumblebee sind schon hier, werden ihre Reise aber ebenfalls nach Cuba fortsetzen. Sie geben uns wertvolle Tipps, damit wir nochmal unseren Proviant für die Bahamas aufstocken können, denn dort sind die Preise wieder außerirdisch. Wir verabreden uns noch zu einem letzten gemeinsamen Abendessen, bevor sich morgen auch unsere Wege trennen. Dachten wir. Aber da haben wir die Rechnung ohne die Armada (Marine) gemacht. Denn die stellen seit 4 Tagen keinen Despacho mehr für die Ausreise aus. Alle Häfen sind auf Grund von Wind und Welle geschlossen. Oha, sieht in den Wetterapps eigentlich gar nicht mehr so dramatisch aus, aber es ist wie es ist. Wir haben ja keinen Druck.

Die Segler Kiah und Modesty, mit denen wir aus Samana hergekommen sind, wollen ebenfalls auf die Bahamas weiter und warten schon seit Freitag 3 Tage auf den Despacho. Nix zu machen, wir kommen nicht raus. Da kann man genauso gut mal die Sau raus lassen und die Geburtstage feiern, wie sie fallen. Tim von der Kiah lädt uns zu einer kleinen Sause ein und es wird ein feucht-fröhlicher Abend. Ihr Boot (eine 39er Island Packert) hat im Salon einen hochklappbaren Tisch, der eine prima Tanzfläche freigibt, von der vor allem Mini Gebrauch macht, als sie zu Motörhead abgeht. What a night, wir tanzen alles raus, was offensichtlich mal raus musste.

Am Montag schließlich bekommen wir die Genehmigung zur Ausfahrt und setzen die Segel Richtung Bahamas. Wieder segeln wir mit den Booten Kiah und Modesty. Sie taufen unsere kleine Rennmaschine Mahea schon bald Pocket Rocket (etwa Taschenrakete), nachdem wir wieder ihren 2-stündigen Vorsprung aufgeholt und sie bald auch überholt haben. Alex ist höchst erfreut über Maheas Performance.

 Eigentlich wollten wir noch Halt auf den Turks and Caicos machen, einer Inselgruppe zwischen Bahamas und Dominikanischer Republik. Allerdings hätten wir dort nur 1 Woche Zeit, bevor wir einen Cruising Permit für 300$ kaufen müssten plus Immigration 100$, die in jedem Fall anfallen. Da das Wetter in den nächsten Tagen umschlägt und sich eine Front ankündigt, entscheiden wir uns kurzfristig weiterzusegeln und gleich auf die Bahamas durchzuziehen, damit wir wettermäßig nicht eingeklemmt sind oder am Ende doch zahlen müssen für ein paar extra Tage. Damit verlängert sich unsere Überfahrt auf 330 Seemeilen, etwa 48 Stunden.

Wir sehen uns auf den Bahamas.